Waldbrand-Report · Auswertung Coway Europe

34 Jahre Waldbrandstatistik: 38.059 Brände im Überblick

Coway Europe hat die amtliche Waldbrandstatistik für Deutschland von 1992 bis 2025 ausgewertet — nach Ursachen, Flächen und Zeitverlauf. Ein Blick auf die Zahlen und darauf, was Waldbrandrauch für die Luft in Innenräumen bedeutet.

Waldbrände werden meist als Wetterereignis wahrgenommen. Die amtliche Statistik erlaubt einen genaueren Blick: Sie erfasst neben Zahl und Fläche der Brände auch, welche Ursache jeweils ermittelt werden konnte. Coway Europe hat dafür die vollständige Zeitreihe von 1992 bis 2025 ausgewertet — 38.059 in Deutschland erfasste Waldbrände, 21.697 davon mit geklärter Ursache. Alle folgenden Zahlen beziehen sich auf das Bundesgebiet.

Für die Luftqualität ist zunächst zweitrangig, wie ein Feuer entstanden ist. Entscheidend ist, was es freisetzt: feine Partikel, die sich über weite Strecken verteilen und die nicht an Gebäudegrenzen haltmachen.

92,8 %
der Waldbrände mit geklärter Ursache waren handlungsbedingt (1992–2025)
2.626 ha
Waldfläche verbrannten 2025 in Deutschland — der vierthöchste Wert der Zeitreihe
55–60 %
der PM2,5-Außenkonzentration erreichen bei Rauchereignissen ungefilterte Innenräume

Datenquellen: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) / BLE sowie US-Umweltbehörde EPA. Auswertung: Coway Europe.

Die Ursachen im Überblick

Über den gesamten Zeitraum entfallen 42,1 Prozent der aufgeklärten Waldbrände auf Fahrlässigkeit und 36,4 Prozent auf Brandstiftung. Weitere 14,3 Prozent gehen auf sonstige handlungsbedingte Einwirkungen zurück — Funkenflug von Maschinen, Arbeiten an Bahnstrecken, Munitionsreste auf ehemaligen Truppenübungsplätzen. Natürliche Ursachen, in Deutschland praktisch nur Blitzschlag, kommen auf 7,2 Prozent.

Für die Jahre 2021 bis 2025 liegt der Anteil handlungsbedingter Ursachen bei 96,1 Prozent, gegenüber 92,8 Prozent im Gesamtzeitraum. Der Anteil natürlicher Ursachen beträgt im selben Zeitraum 3,9 Prozent und liegt damit am unteren Rand der Zeitreihe.

Verteilung der ermittelten Brandursachen

Anteil an allen Waldbränden mit geklärter Ursache, Deutschland 1992–2025, in Prozent. Die volle Balkenlänge entspricht 100 Prozent.

Basis sind die 21.697 Waldbrände der Jahre 1992 bis 2025, deren Ursache amtlich ermittelt werden konnte. Datenquelle: BZL/BLE. Auswertung: Coway Europe.

Veränderungen im Zeitverlauf

Der Gesamtanteil handlungsbedingter Ursachen ist über die Jahrzehnte weitgehend konstant. Die Zusammensetzung dahinter verändert sich jedoch: Zwischen 2000 und 2007 entfielen 41,9 Prozent der aufgeklärten Fälle auf Vorsatz und 37,7 Prozent auf Fahrlässigkeit, zuletzt hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Auf 100 vorsätzlich gelegte Brände kamen damals 90 fahrlässig verursachte, im Zeitraum 2016 bis 2025 waren es 134.

Zwei Kurven, die sich kreuzen

Anteil an den Waldbränden mit geklärter Ursache, gleitendes Fünfjahresmittel, in Prozent

Fahrlässigkeit Brandstiftung Sonstige menschliche Einwirkung Natürliche Ursachen

Jeder Punkt zeigt den Anteil der Ursache an allen aufgeklärten Waldbränden der vorangegangenen fünf Jahre. Datenquelle: BZL/BLE. Auswertung: Coway Europe.

Die Statistik selbst benennt keine Gründe für diese Verschiebung. Als mögliche Faktoren werden unter anderem die Strafverfolgung bei Brandstiftung und die veränderte Freizeitnutzung der Wälder genannt. Für 2025 ordnet die amtliche Statistik einen erheblichen Teil der fahrlässig verursachten Brände Campern, Waldbesuchern oder Kindern zu.

2025: ein einzelnes Feuer prägt die Bilanz

1.175 Waldbrände zählte das Jahr 2025 — mehr als doppelt so viele wie im nassen Vorjahr, aber weit unter den 3.012 Bränden des Jahres 1992 und im Rahmen des langjährigen Durchschnitts. Die verbrannte Fläche erreichte 2.626 Hektar, der vierthöchste Wert der Reihe. Diese Zahl geht allerdings zu einem großen Teil auf ein einziges Ereignis zurück: Auf den Brand in der sächsischen Gohrischheide Anfang Juli entfielen allein rund 1.867 Hektar. Ohne dieses Feuer läge die Jahresbilanz bei etwa 759 Hektar — und damit unter dem langjährigen Mittel von 844 Hektar. Flächenangaben werden dadurch stark von Einzelereignissen geprägt, während die Zahl der Brände die Ursachenverteilung abbildet.

Alle Jahre im Überblick

Jahr Brände Fläche (ha) geklärt Brandstiftung Fahrlässigkeit Sonstige Natürlich Mensch ges.

Spaltenköpfe sind sortierbar. Die vier Ursachenanteile und der Wert „Mensch ges.“ beziehen sich jeweils auf die Brände mit geklärter Ursache des betreffenden Jahres, nicht auf alle Brände. Die Flächenangaben werden in einzelnen Jahren stark von Großbränden beeinflusst und sind nicht direkt mit der Zahl der Brände vergleichbar.

Der europäische Vergleich

Während in Deutschland einzelne hundert Hektar für Schlagzeilen sorgen, verläuft die Waldbrandsaison in Süd- und Westeuropa in einer anderen Dimension. Nach Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems EFFIS waren bis Ende Juli 2026 EU-weit bereits mehr als 434.000 Hektar abgebrannt, verteilt auf rund 1.400 registrierte Brände. Das Vorjahr 2025 war mit rund 1,08 Millionen Hektar bei 7.783 erfassten Bränden das schwerste Waldbrandjahr seit Beginn der EFFIS-Erfassung im Jahr 2006. Betroffen sind vor allem Spanien, Portugal, Frankreich, Italien und Griechenland; Allein im französischen Département Gironde verbrannten rund 42.000 Hektar Wald und Buschland, etwa 140 Häuser wurden zerstört und knapp 220.000 Menschen mussten Ende Juli ihre Wohn- und Urlaubsorte verlassen.

Ein direkter Vergleich mit der deutschen Statistik verbietet sich allerdings: EFFIS erfasst per Satellit im Wesentlichen Brände ab etwa 30 Hektar, die deutsche Waldbrandstatistik dagegen jedes gemeldete Feuer — auch das von einem Quadratmeter. Was sich vergleichen lässt, ist die Größenordnung — und zwar Jahr gegen Jahr: Die 2.626 Hektar, die 2025 in Deutschland verbrannten, entsprechen 0,24 Prozent der 1,08 Millionen Hektar, die im selben Jahr EU-weit brannten.

Verbunden sind beide Ebenen über die Ursachenlage: Auch europaweit gilt der überwiegende Teil der Brände als handlungsbedingt. Die EU-Kommission geht in ihrer im März 2026 vorgestellten Waldbrandstrategie von schätzungsweise 96 Prozent aus, eine WWF-Studie zur Mittelmeerregion von 97 Prozent. Solche europaweiten Angaben sind mit Vorsicht zu lesen, weil sich die nationalen Erfassungssysteme unterscheiden und ein erheblicher Teil der Ursachen ungeklärt bleibt — die Größenordnung deckt sich aber mit dem deutschen Befund.

Müssen wir uns um unsere Luft sorgen?

Wenn Rauchfahnen aus Frankreich und Spanien auf Satellitenbildern bis nach Mitteleuropa reichen, liegt die Frage nahe, was davon in Deutschland ankommt. Das Science Media Center hat dazu Ende Juli 2026 sechs Fachleute aus der Atmosphärenforschung um Einschätzungen gebeten. Ihr Bild ist differenziert — und in einem Punkt eindeutig.

Der Ferntransport ist real, die Bodenbelastung gering

Dass Rauchpartikel über hunderte Kilometer transportiert werden, ist unstrittig. PD Dr. Volker Matthias, Abteilungsleiter Chemietransportmodellierung am Helmholtz-Zentrum Hereon, beschreibt, dass bei großen Bränden, starken Winden und einer großräumigen Luftströmung aus Südwesten Aerosole aus Frankreich und eventuell auch aus Spanien bis nach Zentraleuropa transportiert werden könnten. Ihre Konzentration nehme mit zunehmender Entfernung jedoch fortlaufend ab.

Dr. Robert Wagner vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) formuliert es für Deutschland deutlich: Waldbrände in Nordamerika oder Südeuropa hätten auf die Luftqualität hierzulande „keine nennenswerten Auswirkungen“. Belastet sei die bodennahe Luft vor allem in der Nähe der Feuer; je weiter man sich entferne, desto geringer sei in der Regel die Konzentration schädlicher Rauchbestandteile in der Atemluft. In Einzelfällen könne Rauch aus höheren Schichten wieder nach unten gemischt werden, meist aber in verdünnter Form.

Die Messungen stützen das. Der Deutsche Wetterdienst wies Ende Juli 2026 am Observatorium Hohenpeißenberg Rauch der südwesteuropäischen Brände eindeutig nach — über Aerosolmessungen und über Tracer-Substanzen wie Acetonitril, die für Biomassefeuer charakteristisch sind. Die Feinstaubkonzentration stieg dabei um bis zu etwa 5 µg/m³. Ein solcher kurzzeitiger Anstieg lässt sich nicht unmittelbar mit Jahresmittel-Grenzwerten vergleichen, liegt aber deutlich unterhalb der Konzentrationen, die in Brandnähe auftreten.

Wo die Forschung Unsicherheiten sieht

Entwarnung bedeutet das nicht in jeder Hinsicht. Dr. Bernd Heinold, Teamleiter Aerosol, Strahlung und Klima am TROPOS, weist darauf hin, dass Satelliten und Atmosphärenmodelle belastbare Aussagen zur großräumigen Ausbreitung erlaubten, nicht jedoch zur lokalen, kleinräumigen Belastung am Boden. Mehrtägige Vorhersagen träfen die großräumige Rauchfahne meist gut, die lokale Belastung dagegen deutlich weniger präzise. Als größte Unsicherheitsquellen nennt er die Emissionen, die Eintragshöhe, lokale Winde und die spezifischen Eigenschaften der Rauchpartikel.

Offen ist auch, wie sich Rauch während des Transports verändert. Dr. Yarê Baker aus der Abteilung Chemie der Atmosphäre am TROPOS beschreibt, dass die Emissionen in der Atmosphäre chemisch und physikalisch altern und dass sich die Frage, wie sich dabei Toxizität und Klimawirkung verändern, als hochaktuelles Forschungsthema mit vielen offenen Fragen darstelle. Dass Waldbrandaerosol gesundheitlich bedenkliche Komponenten enthalte, sei dagegen gesichert: Die enthaltenen organischen Schadstoffe hätten laut Studien ein hohes oxidatives Potenzial und lösten im Körper Stressreaktionen aus, die von Entzündungen bis zu DNA-Schädigungen reichen könnten. Als besonders gefährdet nennt sie Menschen mit Vorerkrankungen, ungeborene Kinder und Säuglinge, Schwangere sowie ältere Menschen.

Auch Matthias ordnet die Gesundheitsfolgen ein: Eine hohe Rauchkonzentration in der Atemluft könne zu akuten Gesundheitsproblemen führen, die Konzentration der schädlichen Stoffe nehme mit dem Abstand vom Brand aber sehr schnell ab. Bei geringen Konzentrationen sei die Wirkung vor allem über längere Zeiträume relevant. Als besonders empfindlich gälten — wie bei anderen Luftschadstoffen auch — Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems. Eine gleichzeitige Belastung durch schlechte Luft und große Hitze erhöhe das Risiko akuter Gesundheitsprobleme.

Was das für Deutschland bedeutet

Der Forschungsstand lässt sich damit auf eine einfache Linie bringen: Entscheidend ist die Entfernung zum Feuer, nicht die Frage, ob irgendwo in Europa etwas brennt. Rauchfahnen aus Südeuropa erreichen Deutschland in Konzentrationen, die nach derzeitigem Kenntnisstand keine akute Belastung darstellen. Relevant wird Waldbrandrauch dort, wo er in Bodennähe entsteht — und das sind hierzulande im Mittel rund tausend Brände pro Jahr, häufig in der Nähe von Siedlungen und Erholungsgebieten. Wie weit dieser Nahbereich reicht, zeigt der nächste Abschnitt.

Was der Rauch mit der Luft macht

Verbrannte Hektar sind die sichtbare Bilanz eines Waldbrands. Die weniger sichtbare beginnt dort, wo der Rauch hinzieht. Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes entsteht die wesentliche Gesundheitsgefährdung durch die Feinstaubbelastung — insbesondere durch sehr kleine Partikel der Größenklasse PM2,5, die tiefe Abschnitte der Lunge erreichen und von dort in den Blutkreislauf übergehen können.

Diese Belastung hält sich nicht an Gebäudegrenzen. Wie stark Rauch in Wohnungen eindringt, hat im Juli 2026 ein Forschungsteam der University of Manchester gemessen: In 23 Haushalten stieg die nächtliche PM2,5-Konzentration im Schlafzimmer während der Brände in den Pennines von durchschnittlich 2,7 auf 7,8 Mikrogramm pro Kubikmeter — bei geschlossenen Fenstern. Bei geöffneten Fenstern waren es 11,8. Am Tag der höchsten Rauchbelastung überschritt jeder der untersuchten Haushalte den 24-Stunden-Richtwert der WHO, darunter Wohnungen bis zu 60 Kilometer vom Feuer entfernt. In einzelnen Haushalten kletterte die nächtliche Schlafzimmerkonzentration auf über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter; selbst bei geschlossenen Fenstern lagen die Werte zwei- bis viermal höher als unter normalen Bedingungen. Die Auswertung ist vorläufig und noch nicht begutachtet, deckt sich aber mit der Einschätzung der US-Umweltbehörde EPA, wonach die Innenraumkonzentration bei Rauchereignissen ohne Filterung typischerweise 55 bis 60 Prozent des Außenwerts erreicht.

Die Empfehlung, bei Rauchbelastung drinnen zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten, ist damit richtig, aber allein nicht ausreichend: Feine Partikel dringen über Undichtigkeiten und Lüftungswege ein und verbleiben dort, solange sie nicht aktiv entfernt werden.

Datenbasis und Methodik

  • Quelle: Amtliche Waldbrandstatistik des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) bzw. der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Berichtsjahre 1992 bis 2025. Sie erfasst ausschließlich Waldbrände in Deutschland.
  • Forschungsstand Luftqualität: Die Einschätzungen von Volker Matthias (Helmholtz-Zentrum Hereon) sowie Bernd Heinold, Yarê Baker und Robert Wagner (alle Leibniz-Institut für Troposphärenforschung) stammen aus einer Expertenbefragung des Science Media Center Germany vom 31. Juli 2026.
  • Bezugsgröße: Alle Ursachenanteile beziehen sich auf die Waldbrände mit geklärter Ursache als 100 Prozent — über den Gesamtzeitraum 21.697 von 38.059 Bränden (57,0 Prozent).
  • Kategorien: Vorsatz (Brandstiftung), Fahrlässigkeit und sonstige handlungsbedingte Einwirkungen gelten als menschengemacht. Natürliche Ursachen sind in Deutschland überwiegend Blitzschlag.
  • Einschränkung: Die Gesamtzahl der Waldbrände schwankt stark mit der Witterung, weshalb hier Anteile und Verhältnisse betrachtet werden und keine absoluten Jahreswerte. Auch die Aufklärungsquote schwankt und lag zuletzt niedriger als in den 1990er-Jahren. Verschiebungen zwischen den Ursachen sind daher als Trend zu lesen, nicht als exakte Größe.

Diese Auswertung wurde von Coway Europe erstellt. Datengrundlage und Berechnung sind unabhängig vom Produktangebot des Unternehmens.

Coway

Coway (S. Korea: KRX 021240) ist ein globaler Marktführer für innovative Luftreinigungs- und Wassertechnologie mit Hauptsitz in Seoul, Südkorea, und Niederlassungen in mehr als 40 Ländern. Seit der Gründung im Jahr 1989 verbessert Coway seit über 36 Jahren die Lebensqualität der Menschen – durch frische, reine Luft, sauberes Wasser und erholsamen Schlaf. Die preisgekrönte Airmega Luftreinigerreihe wird vom Coway F&E-Zentrum unterstützt – Asiens größtem Forschungsinstitut für Umwelttechnologie – wo mehr als 400 Forscher proprietäre Luftreinigungsinnovationen entwickeln und vorantreiben. Bis heute hat Coway mehr als 6.800 gewerbliche Schutzrechte angesammelt, was über drei Jahrzehnte technischer Exzellenz und technologischer Führerschaft widerspiegelt. Für weitere Informationen besuchen Sie coway.de.