Menschen besonders betroffen?
Die Pollensaison hat Deutschland fest im Griff und zwingt Millionen von Allergikern, sich mit laufenden Nasen, juckenden Augen und ständigen Niesattacken auseinanderzusetzen. Doch die Belastung ist nicht überall gleich.
Eine aktuelle Analyse von Google-Suchdaten in den 25 größten deutschen Städten – durchgeführt von Coway Europe, der europäischen Niederlassung des koreanischen Herstellers von Luftreinigern – zeigt deutliche regionale Unterschiede bei Betroffenheit und Informationsbedarf rund um das Thema Heuschnupfen.
Methodik & Datenquellen
Das Ranking basiert auf Daten aus dem Google Ads Keyword Planner (2026) aus den letzten Wochen (Februar / März). Für 25 der größten deutschen Städte wurden die Suchvolumina zu Heuschnupfen-relevanten Begriffen der letzten Wochen erhoben. Der Trend-Wert gibt den prozentualen Zuwachs der Suchanfragen in den letzten Wochen wieder.
Karlsruhe ist aktuell "Heuschnupfen-Hauptstadt" Deutschlands
Die Untersuchung hat mehrere zentrale Ergebnisse hervorgebracht, die für Coway Europe von hoher Relevanz sind:
- Karlsruhe ist die "Heuschnupfen-Hauptstadt" Deutschlands: Mit einem Anstieg der Suchanfragen um +600 % in den letzten Wochen verzeichnet Karlsruhe den mit Abstand höchsten Wert aller untersuchten Städte.
- Starke Betroffenheit im Westen und Südwesten: Neben Karlsruhe weisen auch Wiesbaden (+400 %), Stuttgart (+357 %) und mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen (u.a. Bielefeld, Wuppertal, Köln mit über +330 %) überdurchschnittlich hohe Zuwächse auf.
- Bundesweit liegt der Anstieg des Suchinteresses zum Thema Heuschnupfen bei +236 %. Acht der analysierten Städte liegen jedoch deutlich über diesem Wert.
- Geringeres Interesse im Osten: Städte wie Leipzig (+120 %) und Dresden (+125 %) verzeichnen den geringsten Anstieg, was auf eine niedrigere aktuelle Belastung oder ein geringeres Bewusstsein für das Thema hindeuten könnte.
RKI-Daten bestätigen hohe Belastung
Die Ergebnisse der Coway-Analyse werden durch Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) untermauert. Laut aktuellen Erhebungen leiden rund 12 Millionen Menschen in Deutschland an Heuschnupfen, was sie zur häufigsten allergischen Erkrankung macht. Andere Quellen sprechen sogar von bis zu 30 Millionen Betroffenen in Deutschland.
Der Klimawandel trägt zusätzlich zur Verschärfung der Situation bei. Mildere Winter und höhere Durchschnittstemperaturen führen zu einer verlängerten Pollensaison. Hasel- und Erlenpollen können bereits im Dezember oder sogar November fliegen, während Gräser bis in den späten Herbst aktiv sind. Zudem fördern Umweltschadstoffe wie Ozon und Kohlendioxid die Produktion von aggressiveren, allergeneren Pollen.
Die Auswirkungen von Heuschnupfen gehen über das persönliche Wohlbefinden hinaus und haben auch volkswirtschaftliche Konsequenzen. Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Schlafstörungen führen zu einer verminderten Leistungsfähigkeit in Schule und Beruf.
Studien zeigen, dass die Produktivität von Allergikern während der Pollensaison um bis zu 40 % sinken kann. Die durch Asthma und allergische Rhinitis verursachten Arbeits- und Schulausfalltage in Europa summieren sich auf geschätzte 100 Millionen pro Jahr, was Kosten von rund 17,7 Milliarden Euro verursacht.
Quellen
- https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Koerperliche-Gesundheit/Allergien/themenschwerpunkt-allergien.html
- https://www.rki.de/EN/News/Publications/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/Focus_en/JHealthMonit_2023_S4_Allergies_climate_change_health.pdf
- https://www.aok.de/pp/gg/magazine/gesundheit-gesellschaft-10-2025/allergien/